Vorstellung des Teilprojekts: Die Hausaufgabenhilfe

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Eines unserer vielen Teilprojekte ist die ehrenamtliche Arbeit bei der Hausaufgabenhilfe. Das Projekt ist im September 2014 auf Initiative von Refugees Emancipation e.V. entstanden und wird nun von ihnen organisiert und durchgeführt. Momentan gibt es zwischen zehn und 15 aktive Helfer, welche teilweise von Pangea kommen.

Die meisten der Kinder stammen aus Familien mit Fluchthintergrund, sind aber selbst in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ziel ist es, den Kindern bei den Hausuafgaben zu helfen und Unterrichtsstoff zu wiederholen und zu üben. Je nach Kapazitäten werden auch gezielt Lernspiele durchgeführt, um die Kinder und Jugendlichen individuell zu fördern.

Die Hausaufgabenhilfe findet in den Räumen von Refugees Emancipation in der Flüchtlingsunterkunft an der Alten Zauche in Potsdam statt (mehr Informationen dazu auf unserer separaten Infoseite) und aktuell arbeiten wir gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Heimes daran, das Angenbot zu erweitern.

Mika Danter, die schon seit längerem bei dem Projekt aktiv ist, gibt Dir im Interview Einblicke und schildert ihre Erfahrungen:

 

Die Hausaufgabenhilfe – Erfahrungsbericht und Interview mit Mika Danter

Pangea-Hausaufgabenhilfe
Mika Danter von der Hochschulgruppe Pangea ist jede Woche mit vor Ort und kümmert sich um die Hausaufgabenhilfe mit den Kindern. Sie gibt einige Einblicke in den aktuellen Stand des Teilprojektes von Pangea:

Wie ist die Stimmung in den Kursen, wie nehmen die Kinder das Angebot auf?
– Die Kinder kommen sehr gerne zu Hausaufgabenhilfe, aber nehmen es teilweise eher als Freizeitangebot und Möglichkeit, sich mit Freunden zu treffen wahr. Viele kommen aber auch mit konkreten Fragen oder Aufgaben, bei denen sie Hilfe benötigen. Leider haben wir nicht genügend HelferInnen mit mathematischem Wissen, die den älteren Schülern (10. – 12. Klasse) helfen können, welche vor allem mit Mathehausaufgaben und den für sie damit verbundenen Problemen kommen. Wir wollen die Kinder auch über die Hilfe bei den Hausaufgaben hinaus durch Lernspiele fördern.“

Wie bereitest Du Dich auf die Inhalte vor, bzw. wie gehst Du vor, wenn Du Hilfe leistest?
– Ich bereite mich nicht konkret auf die Aufgaben der Kinder vor, da dies kaum möglich ist, denn wir arbeiten jedes Mal mit unterschiedlichen Kindern. Diese haben außerdem auch jedes Mal verschiedenen Aufgaben. Trotzdem versuchen wir möglichst jeweils mit den selben Kindern zu arbeiten, um diese besser kennen zu lernen und auch zu wisssen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. So können wir auch wenn sie keinen Hausaufgaben haben gezielt Übungen oder Lernspiele auswählen.

Bist Du einfach ins kalte Wasser gesprungen und hast Dich in die Praxis eingearbeitet, oder gab es für Dich eine Vorbereitung?
– Als wir mit der Hausaufgabenhilfe angefangen haben, war das sehr spontan. Wir haben ohne viel Vorbereitung und ohne wirkliches Konzept angefangen. Daher gab es zu Beginn auch einige Schwierigkeiten und zwischendurch war nicht klar, wer die Verantwortung und Koordination übernimmt. Die Gruppe  der Helfenden war sehr lose und es kam auch kaum zum Austausch untereinander. Inzwischen hat sich das gut eingependlt und wir versuchen durch regelmäßigere Treffen die Arbeit in der Hausaufgabenhilfe zu reflektieren und zu verbessern. Besonders wichtig ist es auch, dass wir uns mit der Heimleitung absprechen und zusammenarbeiten, was am Anfang, von unserer Seite her, leider nicht so gut geklappt hat.

Unser Ziel ist es, dass Hausaufgabenhilfe, Förder- und Freizeitangebote auch die Kinder aus dem Heim selbst erreichen. Dafür müssen jedoch zunächst alle Helfenden ein Führungszeugnis haben. Zu Ferienzeiten findet aktuell keine Hausaufgabenhilfe statt, aber es wurden immer wieder Ausflüge unternommen und dies ist auch für die Zukunft geplant.

 

Unterstütze uns bei der Hausaufgabenhilfe!

Benötigt werden generell noch mehr HelferInnen und vor allem Personen, die höheren Klassenstufen bei Mathematikaufgaben helfen können. Melde Dich gerne bei uns oder komm einfach vorbei!

Wann & Wo?
Jeden Montag und Donnerstag, 17-19 Uhr
In den Räumen von Refugees Emancipation e.V.
Flüchtlingsunterkunft an der Alten Zauche 2b (Magnus-Zeller-Platz) in Potsdam

Kontakt:
Refugees Emancipation e.V
Zum Jagenstein 1
14478 Potsdam
Tel : 0331/2016927
0331/2015759
Mobil: 017636266043
E-Mail: info@refugeesemancipation.com oder mika@pangea-projekt.de
Web: www.refugeesemancipation.com

Luisa Beck

 

~ English ~

Assistance with homework – Experience report

One of our many projects is the voluntary work in the homework assistance of Refugees Emancipation e.V.. The homework club is a project which was started and is now organized and hosted by Refugees Emancipation since September 2014.
There are currently between ten and fifteen active helpers who are partially from Pangea.
Most of the children come from families with a refugee background, but many were born and raised in Germany. The overall goal is to provide children with assistance for their homework, teach them and to practice together. Depending on the capacity of the helpers, there is also the aim to help and promote children individually.

 

Support us with your help!

We need more volunteers to support us there, especially people with mathematical knowledge and skills. If you want to join our team, check out the assistance with homework info page for more details or write us an email.

Where & When?
You can just come on Mondays or Thursday at 5 pm to the refugee shelter in Potsdam-Schlaatz: The room is located in the basement of the Internet café  (An der Alten Zauche 2b).

Contact:
Refugees Emancipation e.V
Zum Jagenstein 1
14478 Potsdam
Tél : 0331/2016927
0331/2015759
Mobile: 017636266043
E-mail: info@refugeesemancipation.com or mika@pangea-projekt.de
Web: www.refugeesemancipation.com

Luisa Beck

Vorstellung des Teilprojekts: Gemeinschatliches Kochen in Luckenwalde – Kulturaustausch in der Küche

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Gemeinschaftliches Kochen – eine Insiderperspektive

Als ich mich entschieden habe bei Pangea mitzumachen, hatte ich noch keine richtige Vorstellung vom Umfang und der Gestaltung des studentischen Projekts. Im ersten Einführungsseminar wurden die Teilprojekte vorgestellt, ziemlich viele, die einen sehr breiten Teil möglicher Hilfe abdecken – von Unterstützung in Erstaufnahmestellen über Einzelprojekte wie Sportevents und Theateraufführungen bis zu langfristiger Integrationsarbeit wie Hausaufgabenhilfe oder Deutschkursen. Mitten drin das kleine, unspektakulär scheinende Teilprojekt ‚Gemeinschaftliches Kochen in Luckenwalde‘. Ich dachte: Das schaue ich mir mal an, Kochabende sind immer gut und eine ausgeglichene Möglichkeit des Kulturaustauschs, also sich auf Augenhöhe zu begegnen mit Menschen anderer Erdteile, die das Schicksal zu uns bringt, weil sie Schutz suchen und Hilfe brauchen.

Kulinarischer Kulturaustausch: Humus neben Obstsalat

Der erste Abend war relativ schnell geplant und wir hatten uns auf ein Gericht eingestellt und wollten einkaufen gehen. Eine Kommilitonin von mir bekam dann am Vorabend eine SMS: Als Dankeschön für unseren Aufwand wollten die Teilnehmer, größtenteils Syrer, für uns kochen und haben selbst etwas vorbereitet. Das hat mal wieder eins gezeigt: was Gastfreundschaft für ein toller Wert ist, anderen Menschen Freude zu bereiten und sich für sie ins Zeug zu legen unabhängig von der eigenen Situation. Da fängt es schon an mit dem Kulturaustausch, wir Deutschen könnten uns in so manchen Dingen ruhig eine Scheibe abschneiden.

Zwei Freundinnen und ich waren zum ersten Mal mit dabei, aus kulinarischer Perspektive dann natürlich hoch interessiert, aber auch aufgeregt. Mögliche Sprachbarrieren, peinliches Schweigen, Fettnäpfchengefahr, das alles beschäftigt einen schon vorher und stellt sich im Nachhinein dann doch als unbegründet heraus. Kurz gesagt: Wir hatten einen super Abend und jetzt ein paar syrische Humusrezepte mehr in der Tasche. Es war superlecker! Eigentlich haben wir alle vergessen, warum wir überhaupt da sind. Man hat zusammen gelacht, sich gefreut, gesmalltalked, zusammen Fotos gemacht und die ein oder andere Handynummer ausgetauscht. Offenheit lohnt sich.

Ein Restproblem bleibt dennoch, wie immer nichts Überraschendes. Was läuft schon perfekt? Zum Kochen kamen nur Männer, weswegen die Frauen in der Flüchtlingsunterkunft geblieben sind. Gleichberechtigung ist noch nicht überall ein Thema. Aber auch das gehört zum Kulturaustausch dazu: Was in meinen Augen ein Problem ist, ist für andere normal. Natürlich muss sich das hier ändern, aber ich denke, mit der Faust auf den Tisch zu hauen ist keine Lösung. Integration ist ein langer Prozess und eine kontinuierliche Willkommenskultur, die Rückschläge einstecken muss, der Weg dazu. Wir planen jetzt, ein Kochen nur für Frauen zu veranstalten. Das gestaltet sich schwierig, aber es wäre doch schade, wenn es nicht doch irgendwann klappt.


Vielleicht sogar mit Deiner Hilfe?

Wenn Du eine Idee hast und mitmachen möchtest, melde Dich auf jeden Fall bei uns! Mehr Informationen zu Anfahrt und Terminen findest Du auf der Infoseite zum Teilprojekt ‚Gemeinschaftliches Kochen in Luckenwalde.‚ Schreib uns atürlich auch gern, falls Du Fragen hast oder noch mehr über das Teilprojekt wissen willst.  Wir freuen uns auf Deine Mail:

info[at]pangea-projekt[punkt]de

Anja Schulze


~ English ~

Joint cooking – an insider’s perspective

I did not join Pangea with any particular expectation in mind. When the sub-projects were introduced, I noticed what a broad support Pangea offers: from German lessons over welcome parcels to sports events and theatre projects. But what struck me most was indeed a tiny project called “cooking in Luckenwalde”.
I liked the possibility to encounter a help seeking person forced to come here by war and violence on a face to face level of cultural exchange. So highly motivated, we planned the first session in November. On the due date’s eve, we received the message that we should not prepare too much – some thank-you had been arranged for us. That showed one thing to me: hospitality is great a value and unfortunately seldomly part of German mentality.
E
ven more interested but also fairly nervous we went to Luckenwalde. Language barrier, awkward silence… Things bother you of course. In fact, all concerns turned out to be nonsense! We had a wonderful night out and delicious food and went back home with one or the other humus recipe and exchanged phone numbers. Our original purpose as refugee-helpers had been squeezed by the atmosphere of laughter and fun, it was a complete success.
However, we encountered one issue: no woman appeared to cook with us because there were too many men around. Gender inequality is an annoying issue we have to face – integration is a long process and only achievable through a constant welcoming culture. Hopefully we will manage to have a girl’s cooking session soon.


Maybe with your help?

Your creative input and your supportive ideas are always welcome. Make sure to have a look at the info page of the cooking project for details concerning dates and how to get there. In case you have questions or want to know more about the sub-project, let us know, we are looking forward to your message! 

info[at]pangea-projekt[dot]de

Anja Schulze